The Power Of Rausch Testo

Testo The Power Of Rausch

Coldplay donano 17000 dollari a campagna di beneficenza organizzata da un fan malato
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Ich schließe mich in einer Kabine ein, setze mich ins kreischende
Neonlicht auf den Klodeckel und starre die Tür an. Über die Klinke
hat Jemand mit Edding geschrieben, dass Corinna S. eine abgefickte
Hure ist und auf den Strich geht. Wenn ich doch nur irgendwas für
die Nase dabei hätte. Ein bisschen Kokain, ein kleines Näschen von
Idschis Schrottspeed würde auch schon reichen. Das kribbeln in der
Nase. Der taube Gaumen. Der bittere Geschmack, der langsam den
Hals runter läuft.
Das wäre schön. Oder einfach irgendeinen Kick.
Irgendetwas, das irgendetwas mit mir macht. Ein Tequila mit Orange
und Zimt. Peace Love Traimel hören, über Kopfhörer so laut es geht.
Eine schnelle Nummer hier auf dem Klo mit eine der Hot Chicas oder
Corinna S.oder sonstwem. Selbst der Gedanke an einen schönen heißen
Kaffee mit viel Zucker erfüllt mich mit gierigem Verlangen.
Rausch, Rausch, Rausch.
Was wäre das Leben ohne Rausch? Was bliebe dann noch, außer der
schnöden Realität? Dieser lärmenden Seuche, die alles beherrschen
und sich überall breit machen will? Die sich ständig als einzig legitime
Autorität aufspielt, ein überrollt und stranguliert bis man ist wie alle
Anderen und einem langen, leisen Erstickungstod stirbt?
Vielleicht hat Silvia ja Recht und ich leide wirklich an Dopaminmangel.
Vielleicht hat Flo Recht und ich habe wirklich Bindungsangst.
Vielleicht haben Holger und Jolanda Recht und mein Ekel vor letzten
Schulungen und 5€-Scheinen ist total neurotisch. Und vielleicht hat
meine Mutter Recht und ich bin wirklich dafür dagegen zusein.
Und wenn schon. Was immer die Quaksalber an Diagnosen anzubieten
haben, mir soll's recht sein.
Wenigstens ein Nikotinkick kann ich mir hier und jetzt verschaffen.
Ich zünde mir eine Zigarette an, nehm' mir drei kräftige Züge, muss
husten, und zertrete die halb weggerauchte Kippe auf dem Boden. Ich stütze meine Ellenbogen auf die Knie und lege das Gesicht in meine
Hände und dann passiert etwas mit meinen Augen. Tatsächlich, sie
werden feucht. Nicht vom Rauch, nicht vom Licht. Eine salzige Flüssig-
keit. Ein verschwommener Blick. Ein zitternder Ozean unter den Augen-
lidern.
Warum muss ich denn jetzt heulen? Zum ersten mal seit
Jahren. Eine Einsame Träne rollt schüchtern mein Gesicht herunter,
zögerlich, als müsse sie sich in dieser neuen Umgebung erstmal
orientieren. Für eine Sekunde bleibt sie an meinem Kiefer hängen und
zerschellt dann auf den versiften Boden des Klowagens. Wie gut sich
das an fühlt. Weinen, auch ein guter Rausch. Hatte ich schon fast ver-
gessen. Etwas fühlen. Sich sulen in einem warmen Bad aus Selbstmitleid.
Hemmungslos und frei.
"Ist da jemand drin?" Es rüttelt an der Klinke,
ballert gegen die Tür. "Hallo, ist da jemand drin?", "Da sitzt jemand!
Ich seh' doch die Schuhe!", "Bestimmt beim Scheißen eingepennt."
So unvermittelt wie es angefangen hat, so schnell ist es auch wieder
vorbei. Ich quetsche noch zwei bis drei Tränen hinterher, dann muss
die schöne Traurigkeit wieder dieser unbändigen Wut weichen.
Diesem irren Biest, das in mir tobt.
Ein oktakes Wesen mit großem
Hunger, unersättlich, nicht zu bändigen. Ich fühle mich aufeinmal
wahnsinnig bescheuert, heulend in dieser Klokabine mit zwei nervenden
Typen vor der Tür. Mit dem Ärmel meines Hemdes wische ich mein
Gesicht trocken, ziehe die Nase hoch, wie meine Mutter in ihren
schlimmsten Zeiten und spucke den Rotz auf das Geschmiere des
Idioten, der ein Problem mit Corinna S. hat.
Als ich aus der Kabine trete ist da nichts schönes mehr. Nur noch
zwei 17-jährige, die mich doof anstarren und dieses unbändige
Verlangen nach mehr, mehr mehr ..

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